Fast alles, was ich schreibe, dreht sich um den Punkt, an dem Methoden keine eindeutige Antwort mehr geben. Dieser Artikel ist die Ausnahme.
Die Methoden funktionieren und helfen fast immer. Wer sie nicht kennt, sollte sie sich unbedingt anschauen.
Hier findest du, was ich im Laufe der Jahre gesammelt und ausprobiert habe.
Ich werde die Liste zukünftig ergänzen.
Diese Version ist vom 31 Mai 2026.
Kurz gesagt
Viele Methoden helfen beim Entscheiden. Sie bringen Ordnung ins Denken und machen Optionen leichter vergleichbar.
Im Laufe der Jahre habe ich sie gesammelt und ausprobiert. Von der Pro/Contra-Liste bis zum Würfeltest findest du verschiedene Ansätze übersichtlich geordnet.
Und am Ende erkläre ich, wann selbst die beste Methode nicht mehr weiterhilft.
Inhalt:
Was Methoden leisten
Jede Methode in diesem Artikel macht im Grunde dasselbe:
Sie hilft uns Ordnung in unsere Gedanken zu bringen.
Wir erkennen unsere Optionen und können sie leichter vergleichen.
Das klingt unspektakulär, ist aber genau das, was eine Entscheidung braucht.
Alle diese Methoden setzen voraus, dass du weißt, woran du dich orientierst.
Wenn das nicht mehr klar ist und dein Rahmen fehlt, gerät selbst die beste Methode an ihre Grenze. Dazu mehr am Ende.
Auf Papier lässt sich besser vergleichen
Es gibt einen guten Grund, warum man in Filmen Wissenschaftler sieht, die lange Formeln auf große Tafeln schreiben. Wir denken auf Papier klarer als nur im Kopf.
Wer alle Optionen aufschreibt, hat zwei Vorteile. Erstens ist es nicht mehr vage und veränderlich. Und zweitens können wir so schwarz auf weiß die Fakten sehen.
So lassen sich unsere Möglichkeiten besser anschauen, ordnen und vergleichen.
Alle Methoden in diesem Abschnitt funktionieren nach diesem Prinzip:
Die Entscheidung kommt aus dem Kopf aufs Papier.
Die Pro- und Contra-Liste
Die bekannteste Methode ist klar, einfach und noch immer sehr beliebt.
Für jede Option erstellen wir eine Liste mit zwei Bereichen. Einen für die Gründe dafür, einen für die Gründe dagegen. Der Blick darauf soll Klarheit geben, was am besten ist.
Hier gibt es ein großes Problem.
Man schreibt zuerst alles auf, was einem einfällt. Dann sieht man vielleicht 10 nicht so wichtige Gründe dafür und 5 wichtige Gründe dagegen. Und wählt nun, wofür man mehr Punkte gefunden hat.
Die Anzahl der Punkte allein reicht nicht. Wichtiger ist, wie viel Gewicht jeder einzelne Punkt hat.
Mehr dazu in der Entscheidungsmatrix.
Ja/Nein-Matrix
Diese Matrix ist eine Erweiterung der Pro- und Contra-Liste.
Sie ist geeignet, wenn es um eine Ja- oder Nein-Entscheidung geht. "Soll ich oder soll ich nicht?"
Hier gibt es vier Felder: Vor- und Nachteile, wenn ich Ja sage. Vor- und Nachteile, wenn ich Nein sage.
Es kann sein, dass in den diagonalen Feldern ähnliche Punkte stehen. Die Vorteile von Ja ähneln vielleicht den Nachteilen von Nein. Doch es sind unterschiedliche Betrachtungsweisen. Und genau diese Unterschiede können die größten Einblicke geben. Sie zeigen, was sich hinter dem Zögern versteckt.
Der eindeutige Vorteil hier ist, dass wir auch bewerten, was wir durch ein Nein gewinnen und ein Ja verlieren. So entsteht ein vollständigeres Bild.
Äpfel und Birnen: Optionen vergleichbar machen
Hier geht es darum, wie wir die eigenen Mittel z.B. Zeit oder Geld einsetzen wollen.
Die Auswahl ist völlig unterschiedlich und lässt sich kaum direkt miteinander vergleichen.
Beispiele sind Investitionen in ein neues Tool oder eine neue VA. Oder ob man seine Zeit in ein neues Angebot steckt oder ein bestehendes überarbeitet.
Es passiert leicht, dass wir unbewusst die eine Möglichkeit besser, die andere schlechter darstellen. Oder wir wissen noch nicht, was wir überhaupt suchen.
Wie bei der Pro- und Contra-Liste brauchen wir als erstes einen Überblick, was jede Option überhaupt für uns bedeutet.
Im Gegensatz dazu betrachten wir allerdings nur die Punkte, die dafür sprechen.
Wir wissen, dass jede Entscheidung ebenfalls unerwünschte Konsequenzen hat. Das akzeptieren wir und nehmen es direkt in Kauf. Es wird immer was dabei sein, das uns nicht gefällt.
Bei dieser Methode schauen wir nur auf das bestmögliche Ergebnis.
Wir stellen uns vor, dass wir auf jeden Fall ein großartiges Ergebnis haben werden.
Jetzt bleibt nur noch die Frage: Welches hätte ich lieber?
Damit gewinnen wir Klarheit und können Dinge miteinander vergleichen, die zunächst völlig unterschiedlich gewirkt haben.
Wir reduzieren die Entscheidung aufs Wesentliche.
Entscheidungsmatrix
Die Entscheidungsmatrix eignet sich, wenn es mehrere Optionen gibt und wir eindeutige Kriterien zur Bewertung haben.
Am einfachsten geht das über eine Tabelle mit den verschiedenen Möglichkeiten oben in den Spalten und allen Kriterien links in den Zeilen.
Nun wird jede Option nach den Kriterien bewertet. Passt es gut, tragen wir eine hohe Zahl in das Feld ein, passt es nicht, eine niedrige. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Skala von 1-10 oder eine andere ist. Wir brauchen sie nur einheitlich für alle Spalten.
Wenn alle Felder ausgefüllt sind, werden die Punkte addiert. Die Option mit der höchsten Gesamtzahl wird der Favorit.
Besser ist es, wenn man die Kriterien gewichtet. Dazu überlegen wir uns zunächst, welche Kriterien wie wichtig sind. Je nach Priorität bekommen sie dann einen eindeutigen Faktor, mit dem wir die Zahl multiplizieren.
Dadurch verändert sich die Gesamtzahl und spiegelt eher wider, welche Entscheidung objektiv am besten passt.
Trotzdem kann es sein, dass das Ergebnis nicht mit unserem Bauchgefühl übereinstimmt. Dann lohnt es sich, die Kriterien oder Gewichtungen zu überprüfen. So können wir erkennen, was wir unbewusst bevorzugen.
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Weitere bekannte Methoden als Ergänzung:
- Eisenhower-Matrix: Entscheidungen und Aufgaben werden nach Wichtigkeit und Dringlichkeit in vier Felder eingeordnet. Eher für Priorisierung als für Optionsvergleiche.
https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenhower-Prinzip - SWOT-Analyse: Systematische Analyse von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Häufig bei strategischen Entscheidungen eingesetzt.
https://de.wikipedia.org/wiki/SWOT-Analyse - Entscheidungsbaum: Visualisiert sequenzielle Entscheidungen und ihre möglichen Konsequenzen als verzweigtes Diagramm. Sinnvoll, wenn Entscheidungen voneinander abhängen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Entscheidungsbaum - Nutzwertanalyse: Die formale Version der gewichteten Entscheidungsmatrix. Optionen werden nach Kriterien bewertet und gewichtet, um einen objektiven Vergleich zu ermöglichen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nutzwertanalyse

Foto: Peter Mollner | Unsplash
Mit Abstand sieht die Entscheidung anders aus
Es ist schwer, den besten Weg zu sehen, wenn wir direkt vor einem Berg stehen. Es fehlt einfach die Perspektive. Wir brauchen diesen Abstand für einen besseren Überblick.
Bei Entscheidungen stehen wir eher vor einem Berg an Überlegungen, konkurrierenden Zielen und vor allem unseren inneren Bedenken. Alle machen es schwer, ein klares Bild zu bekommen.
Die Methoden in diesem Abschnitt helfen dir, Abstand zwischen dir und der Entscheidung zu gewinnen. Dabei nutzen wir vor allem unsere Vorstellungskraft, Zeit oder neue Blickwinkel.
Die 10/10/10-Methode
Hier geht es um zeitlichen Abstand.
Die Idee ist folgende.
Wir stellen uns vor, dass es jetzt schon 10 Stunden, 10 Wochen oder 10 Monate später ist. Und wir prüfen, wie es uns dann mit der Entscheidung geht. Wir können auch 10 Tage oder 10 Jahre nutzen. Je nachdem, was gerade passt.
Schwierige Entscheidungen sind emotionsbeladen. Wir bewerten sie nicht neutral, sondern aus unserer augenblicklichen Situation heraus. Damit werden manche Dinge übergroß, während wir den langfristigen Effekt aus den Augen verlieren.
Durch diese Übung können wir die Emotionen ins richtige Verhältnis bringen. Denn was jetzt gerade dringend wirkt, ist womöglich in 10 Monaten ohne Bedeutung.
Mit diesem Gedankenexperiment bemerken wir die Unterschiede.
Umgekehrtes Denken
Diesen Ansatz hat Charlie Munger bekannt gemacht, der langjährige Partner von Warren Buffett.
Wenn man ein Problem lösen will, sollte man sich zuerst fragen, wie man es garantiert verschlechtern kann.
Bei Entscheidungen bedeutet es, dass wir bewusst nach der schlechtesten Option suchen.
Wie können wir garantiert scheitern? Was würden wir auf jeden Fall bereuen?
Damit lösen wir uns vom krampfhaften Druck nach der besten Lösung.
Diese Umkehrung bringt Überlegungen zum Vorschein, die uns sonst verborgen bleiben. Wir wissen, was wir unbedingt vermeiden wollen und erkennen, was uns wichtig ist.
https://www.diepresse.com/19169948/inversion-als-denkstrategie-lernen-von-charlie-munger
Best Case und Worst Case
Natürlich kennen wir die Zukunft nicht. Doch wir können gedanklich mit ihr spielen und ihr den Schrecken nehmen.
Dazu stellen wir uns zwei Szenarien vor.
Was passiert, wenn alles gut geht? Was passiert, wenn alles schiefläuft?
Wieder geht es um Abstand von der aktuellen Bewertung. Wir gehen bewusst in die Extreme. Wir konzentrieren uns also nicht nur auf den wahrscheinlichsten Ausgang.
So sehen wir sowohl die echten Risiken als auch die echten Möglichkeiten.
Besonders aufschlussreich ist der Worst Case. Oft stellt sich heraus, dass das Schlimmste wesentlich besser ist als befürchtet. Das nimmt der Entscheidung den lähmenden Druck.
Und mit dem Best Case können wir prüfen, ob uns das mögliche Ergebnis überhaupt gefällt.
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Weitere bekannte Methoden als Ergänzung:
- Pre-Mortem / Projektabbruch: Man stellt sich vor, die Entscheidung ist bereits getroffen und gescheitert, und analysiert dann die Ursachen. Hilft, blinde Flecken zu erkennen, bevor sie entstehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Projektabbruch - Regret Minimization: Perspektive aus dem Alter von 80 Jahren auf eine aktuelle Entscheidung. Jeff Bezos nutzt diese Methode, um kurzfristige Emotionen von langfristiger Bedeutung zu trennen.
https://karrierebibel.de/regret-minimization-framework/ - Second-Order Thinking: Nicht nur die direkten Konsequenzen einer Entscheidung bedenken, sondern die Konsequenzen der Konsequenzen: Was passiert als nächstes? Und was danach?
https://www.tagesanzeiger.ch/besser-denken-ganz-einfach-619403152046 - Six Thinking Hats von Edward de Bono. Sechs Denkperspektiven werden systematisch auf eine Entscheidung angewendet: Fakten, Emotionen, Risiken, Kreativität, Optimismus, Prozess.
https://de.wikipedia.org/wiki/Denkh%C3%BCte_von_De_Bono
Der Bauch weiß schon, was der Kopf noch sucht
In einem Impro-Spiel musste ich mal die unglaublichsten Thesen erklären. Natürlich ergab es kaum einen Sinn. Und doch ist es erstaunlich, wie wir selbst für die ungewöhnlichsten Behauptungen gute Gründe finden können.
Es heißt, dass wir mit dem Bauch entscheiden und es dann mit dem Kopf rechtfertigen.
Wir können diesen Schritt auch bewusst steuern.
Wenn Nachdenken nur noch verwirrt und keine neuen Erkenntnisse bringt, können wir direkt auf unsere Intuition zugreifen.
Die Methoden in diesem Abschnitt helfen dir, dafür gute Bedingungen zu schaffen.
Die Freundin-Methode
Im vorherigen Abschnitt ging es darum, wie wir mit Abstand leichter Lösungen sehen. Jetzt entfernen wir den emotionalen Filter von Angst, Ego und Konsequenzen.
Wenn es um unsere eigenen Entscheidungen geht, fühlen wir uns oft verwirrt und gefangen. Für unsere beste Freundin sehen wir die Situation klarer. Das nutzen wir hier für uns.
Die Idee ist einfach. Wir stellen uns vor, dass unsere beste Freundin in genau dieser Lage feststecken würde.
Wenn sie uns um Hilfe bitten würde, was würden wir ihr sagen und warum?
Das sind die Voraussetzungen:
Es geht um eine Person, die uns wichtig ist. Wir wollen das Beste für sie. Und wir wollen wissen, warum wir ihr diesen Rat geben wollen.
Damit sehen wir leichter, was wir selbst für richtig und wichtig halten. Nur eben ohne emotionalen Druck, der unser Wissen vernebelt.
Körperwissen
Wenn wir von Bauchgefühl sprechen, meinen wir so was wie Herzrasen, feuchte Hände oder zittrige Knie. Das sind Reaktionen des Verstandes, die sich körperlich zeigen.
Doch der Körper verarbeitet Informationen auch auf eine andere Art. Durch die Neurologie wissen wir, dass es weitere Nervensysteme im Körper gibt. Sie bewerten, was sie wahrnehmen und senden Signale, noch bevor wir bewusst darüber nachdenken.
Diese Art von Wissen zeigt sich direkt im Körper, zum Beispiel als leichtes Schwanken, eine Schwere in der Brust oder eine Entspannung in den Schultern.
Es ist ein Denken ohne Worte.
Um es zu nutzen, stellen wir uns jede Entscheidung möglichst konkret vor und beobachten, was körperlich passiert.
Der Unterschied zwischen den Reaktionen zeigt, was wir wissen, ohne es benennen zu können.
Antwort im Schlaf
Der Rat ist alt und meistens richtig: Schlaf mal eine Nacht drüber.
Dabei geht es um mehr als um Erholung. Während wir schlafen, arbeitet unser Gehirn weiter und verarbeitet Informationen, die uns wach nicht zugänglich waren. Es bewertet anders und verknüpft neue Zusammenhänge.
Im Schlaf sind Emotionen oft weniger intensiv. Zumindest, wenn wir uns entspannen können. Wenn wir uns ins Bett legen und weiter über die Frage nachdenken, schlafen wir eben nicht drüber. Wir grübeln. Dann drehen wir uns im Kreis und kommen zu keinem Ergebnis.
Um im Schlaf eine gute Antwort zu bekommen, müssen wir daher zumindest für ein paar Stunden die Frage loslassen können.
Manchmal tauchen sogar ganz neue Ideen und Lösungsmöglichkeiten auf.
Die Erfolgsfrage
Entscheidungen werden schwierig, wenn wir Angst haben, die falsche zu treffen. Wir wollen auf keinen Fall unseren Erfolg gefährden. Doch solche Befürchtungen verzerren den Blick.
Unbewusst suchen wir die sichere Möglichkeit. Wir möchten das Risiko minimieren und gute Gründe parat haben, falls was schiefgeht. Mit diesem rationalen Ansatz erkennen wir aber nicht unbedingt, was wir tatsächlich wollen.
Es gibt eine Frage, die uns hier helfen kann:
Wenn wir wüssten, dass wir in beiden Fällen gleich erfolgreich sein werden, was würden wir tun?
Wir gehen dabei davon aus, dass wir auf jeden Fall Erfolg haben werden.
Damit verändern wir die Bedingungen und nehmen "Erfolg" aus der Gleichung raus. Übrig bleibt die Lösung, die hinter den Ängsten versteckt war.
Mehr dazu:
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Weitere bekannte Methoden als Ergänzung:
- Morning Pages von Julia Cameron: Täglich drei Seiten freies Schreiben, um den inneren Dialog zu erkennen und Zugang zu dem zu erhalten, was darunter liegt.
https://karrierebibel.de/morgenseiten/

Foto: Martin de Pooter | Unsplash
Irgendwann muss entschieden werden
Und schließlich kommt der Punkt, an dem wir einfach entscheiden müssen.
Wenn keine Zeit mehr ist, wenn alles andere nicht hilft, wenn es jetzt zählt, hilft nur der Sprung ins kalte Wasser.
Doch es gibt noch immer Möglichkeiten, damit der Sprung gut machbar ist.
Hier findest du Methoden, die dir dabei helfen. Und sie zeigen dir, wie du erkennen kannst, dass es jetzt so weit ist.
Deadlines
Das Parkinson-Gesetz sagt aus, dass Arbeit sich so sehr ausdehnt wie die Zeit, die dafür zur Verfügung steht.
Das gilt auch für Entscheidungen. Ohne Frist dauern die Überlegungen so lange, wie wir es zulassen. Die Entscheidungen bleiben offen.
Das ist kein Zeichen von fehlender Willensstärke. Solange wir keinen festen Zeitpunkt bestimmen, finden wir immer einen Grund, noch etwas zu klären oder abzuwarten.
Mehr Informationen bringen selten mehr Klarheit. Irgendwann weiß man genug, um zu entscheiden.
Eine Deadline hilft dabei.
Sie verwandelt "irgendwann" in "jetzt". Die Frist kann von außen kommen oder von uns selbst gesetzt werden. Hauptsache, sie ist verbindlich.
Eine Deadline, die man bei Bedarf verschiebt, ist keine.
Die Rückkehr-Option
Viele unserer Entscheidungen fühlen sich endgültig an. Dabei sind es die meisten gar nicht. Und doch kann uns diese Vorstellung unnötig aufhalten.
In dem Fall können wir mit den folgenden Fragen prüfen, wie endgültig die Entscheidung tatsächlich ist:
Lässt sich das später rückgängig machen? Gibt es eine Möglichkeit, uns wieder anders zu entscheiden?
Wenn die Entscheidung ohne große Mühe korrigiert werden kann, wird es einfacher. Wir brauchen nicht an alles denken, denn wir passen die Dinge bei Bedarf an.
Wenn nicht, wollen wir das wissen. Dann geht es darum, die wesentlichen Folgen zu bedenken und so zu entscheiden, dass wir dazu stehen können.
Es ist erstaunlich, wie selten die Konsequenzen so endgültig sind, wie wir zunächst befürchtet haben.
Tag X
Bei manchen Entscheidungen reicht Nachdenken nicht aus. Wir finden nur durch Ausprobieren heraus, ob sie passen. Dafür ist Tag X gedacht.
Der Tag X ist ein konkreter Termin, den wir uns selbst setzen.
Bis zu diesem Tag verpflichten wir uns für eine Entscheidung. Wir nehmen sie als gegeben an und setzen sie konsequent um, ohne sie in Frage zu stellen.
Sobald Zweifel oder Bedenken aufkommen, erinnern wir uns an unseren Entschluss.
Nur so können wir ernsthaft ausprobieren, ob das eine gute Lösung für uns ist. Wir leben für eine bestimmte Zeit mit ihr und allen Folgen.
Am Tag X prüfen wir ehrlich, was wir erlebt haben. Wir bewerten, was wir behalten und was wir ändern wollen.
Das setzt voraus, dass wir wirklich einen konkreten Tag X gewählt haben. Und dass wir bis dahin konsequent bei der Entscheidung geblieben sind. Ansonsten bekommen wir kein verlässliches Ergebnis.
Mit Tag X bewusst verschieben.
Diese Methode funktioniert auch, wenn wir uns jetzt bewusst nicht entscheiden wollen. Wir überlegen uns dann den Tag X, wann wir wieder über eine Lösung nachdenken werden. Und bis dahin ist das Thema Tabu.
Der Würfeltest
Der Würfeltest ist eine Methode, die ich im Coaching gerne mit meinen Kundinnen verwende.
Wenn wir nach allem testen, überlegen und bewerten noch immer nicht zu einer Lösung kommen, brauchen wir ein radikaleres Mittel: Würfel.
Ich habe dazu schöne 6-, 10- und 20-Seiter. Es funktioniert mit jedem Würfel.
Je nach Anzahl der Optionen bestimmen wir einen Bereich. Bei einer ist es "soll ich oder soll ich nicht". Bei 2 oder mehreren ein Bereich pro Möglichkeit.
Nun würfeln wir. Das war's.
Natürlich ist das Ergebnis nicht bindend. Aber unsere spontane Reaktion zeigt uns, was wir wollen. Spüren wir Enttäuschung oder Erleichterung?
Schon sehen wir klarer.
Und wenn wir nichts spüren, nehmen wir einfach das, was gerade rausgekommen ist.
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Weitere bekannte Methoden als Ergänzung:
- Die 5-Sekunden-Regel von Mel Robbins: Zähle von 5 rückwärts und folge sofort deinem ersten Impuls, noch bevor dein rationales Denken übernimmt.
https://t2informatik.de/wissen-kompakt/5-sekunden-regel/
Wenn keine Methode mehr hilft
Was alle Empfehlungen vereint, du musst klar wissen, was du willst und woran du dich orientierst.
Wenn du das weißt, funktionieren sie. Wenn nicht, hilft dir selbst die beste Methode nicht mehr weiter.
Dann liegt die Schwierigkeit nicht beim Entscheiden, sondern am Grundgerüst.
Dann liefern dir deine bisherigen Maßstäbe keine eindeutige Antwort mehr. So gut der Ansatz sein mag.
Es gibt den Moment, wenn Entscheidungen schwerer werden, auch wenn alles im Business läuft und Wissen und Erfahrungen vorhanden sind. Jede Unternehmerin kommt zu dem Punkt, an dem sie ihre Ausrichtung kritisch hinterfragt.
Dazu braucht man eine neue Form von Klarheit. Wissen, wer man ist und sein möchte. Und wie sich das im Business und im eigenen Leben zeigen soll.
Dazu braucht es keine besseren Methoden, sondern einen neuen Rahmen.
Diese Liste ist nicht vollständig und kann es nie sein.
Wenn du eine Methode kennst, die hier fehlt, schreib sie in die Kommentare. Ich schaue sie mir an und nehme sie mit einem Link zu deiner Website auf, falls du das möchtest.



