Ich liebe Menschen.
Das klingt vielleicht einfach. Aber es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, was das eigentlich bedeutet. Und noch länger, was ich damit anfangen kann.
Ich habe schon immer gerne zugehört. Mir war früh klar, dass sich Menschen mir gegenüber leicht öffnen und mir vertrauen.
Und ich wollte gerne so sein wie Momo, die Figur aus dem Buch von Michael Ende. Das Mädchen, das einfach zuhört und damit anderen hilft.
Es fing nicht schön an.
Zum Coaching bin ich in einer Phase gekommen, in der es mir wirklich schlecht ging.
Ich hatte jahrelang versucht schwanger zu werden. Doch es hat einfach nicht geklappt, obwohl ich es so sehr wollte.
Irgendwann merkte ich, dass ich nur noch funktionierte. Ich erkannte mich selbst nicht mehr. Kein echtes Lachen, nur noch Maske.
Dann bin ich über ein Seminar gestolpert. Ehrlich gesagt noch in der Hoffnung, dass es mir helfen würde loszulassen und doch noch schwanger zu werden.
Ich habe dafür was anderes bekommen. Mir fiel auf, dass ich gut darin bin, mit Menschen zu arbeiten. Dass meine Neugier ihnen hilft, sich selbst zu sehen.
Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich das Gefühl, etwas bewirken zu können. Das war das Gegenteil von dem, was mich so fertig gemacht hatte: Dieses Warten, die Ohnmacht, das Nichts-tun-Können.
Und daraus wurde eine Karriere.
Ich habe dann mehrere sehr unterschiedliche Coaching Ausbildungen gemacht. Und jede war auf ihre Weise wertvoll für mich. Life Coach ist wer ich heute bin.
Ich begleite Menschen, aber ich bin keine Heilsbringerin und will es auch nicht sein. Wenn jemand kommt und sagt: "Jetzt lös das mal für mich" bin ich die falsche. Das macht nur abhängig und nutzt niemanden.
Fast fünf Jahre lang habe ich für ein internationales Coaching-Institut gearbeitet. Dort ging es um wirklich alle Themen, die man sich vorstellen kann. Beziehungen, Geld, Gesundheit, Karriere – und immer wieder Entscheidungen.
Was wirklich zählt.
Dabei habe ich etwas bemerkt: Die meisten Menschen wissen eigentlich, was sie wollen. Sie vertrauen sich nur nicht und machen es sich schwerer als notwendig.
Und es berührt mich jedes Mal, wenn jemand merkt, dass die Kraft schon die ganze Zeit in ihr da war. Meist beginnt es mit einer Erkenntnis, mit diesem Leuchten in den Augen.
Das ist ein ganz besonderer Moment.



